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![]() Vorwort Nachdem der letztjährige Griechenland-Urlaub ein wenig in die Hose ging, Raphaela nicht das nötige Kleingeld für einen größeren gemeinsamen Urlaub hatte und sich bei Gesprächen mit meinem Kollegen Henry heraus kristallisierte, dass er gerne einmal mit mir über den Großen Teich nach Kanada oder in die USA fliegen würde, machten wir uns gegen Ende des Jahres 2002 erste ernsthafte Gedanken über einen gemeinsamen Urlaub im kommenden Sommer. Schon bald waren wir uns im Klaren darüber, dass es in die USA gehen sollte, ein Kanu-Urlaub im Yukon würde meinen momentanen finanziellen Rahmen erheblich sprengen. Raphaela erklärte sich auch einverstanden, sie gönnte mir mal wieder einen schönen Urlaub in Amerika. Planung Also machte ich mich daran, eine Reiseroute auszuarbeiten, bei der sowohl ich Neues sehen und erleben würde, als auch Henry, der ja zum ersten Mal in den Staaten weilen würde, viele der Sehenswürdigkeiten, die einfach ein „Muss" sind, zu Gesicht bekäme. Zudem sollte auch der Geldbeutel nicht zu arg strapaziert werden. Wir kamen überein, dass es ein Urlaub mit viel Natur und Wanderungen werden sollte, und da ich die Nationalparks Kaliforniens zwar schon bereist aber noch nicht bewandert hatte, stand eine grobe Route bald fest. In der Zwischenzeit gesellte sich noch ein weiterer Kollege, der Reinhard, zu uns hinzu, also waren wir nun drei im Bunde. Den kleinsten viertürigen Leihwagen konnten wir somit natürlich vergessen, es musste nun schon ein etwas größeres Fahrzeug sein. Die anfänglichen Wünsche, es könne doch ein „Pick Up" sein, waren schnell ausgeträumt, der Preis war einfach zu hoch, also viel unsere Wahl auf den kleinsten Van, immerhin noch ein 7-Sitzer. Vom Preis her waren wir damit bei den Pro-Mann-Kosten nur unerheblich über denen, die wir zu zweit für ein kleines Fahrzeug ausgeben hätten müssen. Den Flug konnten wir dann nach einigen Recherchen über das Internet buchen, das Auto machte ich über ein Reisebüro klar. Somit waren alle Buchungsvorbereitungen abgeschlossen und ich konnte meinen Mitstreitern eine Liste aushändigen, mit diversen Utensilien, die sie noch benötigten. Kurz nachdem ich alles gebucht hatte, durfte ich von meiner Frau eine freudige Nachricht entgegen nehmen, nämlich, dass ich im kommenden August Vater werden würde. Dieser Termin passte natürlich super zu meinem geplanten, Anfang September beginnenden USA-Aufenthalt. Hin- und hergerissen zwischen Urlaubs- und Vaterfreuden, schwankte ich zwischen einfach in Urlaub fahren und Buchungen rückgängig machen, aber nach einem Gespräch mit Raphaela, indem sie mir mitteilte, ich solle doch fahren, und sie würde das schon auf die Reihe bekommen, entschloss ich mich, die Sache durch zu ziehen, auch getrieben von der Angst, es könne eine der letzten Gelegenheiten sein, solch einen Urlaub zu verleben. Am Sonntag vor unserem Abflug kamen dann beide zu mir mit Ihren Campingsachen und sonstigen Artikeln, die gemeinsam verpackt werden sollten. Schnell hatten wir das Campingzeug, sprich Schlafsäcke, Isomatten, Zelte, Kochzubehör, Essbestecke, Tassen und Teller sowie anderes Zubehör in unserer 60 Liter Chemietonne und zwei weiteren Packsäcken verstaut. Nur die Wanderstöcke wollten nirgendwo Platz finden, so dass wir beschlossen, dass jeder sein Paar bei sich selbst im Rucksack unterzubringen hatte. Flug Pünktlich, wie abgemacht, steht Hans mit seinem Bus um 6 Uhr vor unserer Haustüre. Schnell sind alle Sachen im Sharan verstaut, ich verabschiede mich noch kurz von meinen zwei Damen, dann geht es auch schon los. Es ist, dank der frühen Uhrzeit, kaum Verkehr auf der, sonst doch immer vollen A8, so dass wir bereits um viertel nach sieben am Flughafen ankommen. Wir sind so früh dran, dass noch nicht mal der Check-In Schalter geöffnet hat. Der Vorteil daran ist natürlich, dass wir, kaum dass die Schalter geöffnet haben, auch schon bei den ersten sind, die ihr Gepäck aufgeben können. Nur bei Henry dauert es etwas länger und er wird kurz gefilzt, kein Wunder bei dem „Mullah-Gesicht". Nachdem wir unser Zeug los sind, machen wir uns auf in den Zentralbereich um erst mal ein Frühstück zu uns zu nehmen. Dort füllen wir auch gleich unsere Einreiseformulare aus, wobei es diesmal Reinhard ist, der etwas Probleme macht. Ist schon unglaublich schwierig, so ein Formular korrekt auszufüllen! Anschließend besorgen wir uns noch eine Fluglektüre, dann verschwinden wir auch schon hinter den Sicherheitstüren bei den Abflug-Gates. Pünktlich gegen 11 Uhr heben wir dann ab Richtung Atlanta, Georgia. Der Flug gestaltet sich als einigermaßen angenehm, nur bei der Landung entgleisen Reinhard immer mehr die Gesichtszüge und er nimmt eine etwas fahle Farbe an. Zum Glück übersteht er die Landung ohne etwas von sich zu geben. Kurz nach 6 Uhr geht es dann weiter nach Las Vegas. Dieser Flug wird für Reinhard zur Hölle. Noch nicht wieder erholt, deckt er sich bereits beim Start mit Kotztüten ein, die er dann während des Fluges eine nach der anderen auch benötigt. Wir durchfliegen eine Gewitterfront mit beeindruckenden Wolkenformationen, die über tiefen Canyons hängen und von Blitzen durchzuckt von der untergehenden Sonne beschienen werden und magisch leuchten. Reinhard hat für all diese wunderbaren Bilder keinerlei Blicke übrig, immer wieder muss die Kotztüte herhalten, sogar ein kleines Schläfchen hat keine Besserung gebracht. Henry und ich sind noch so aufgedreht und wollen uns noch ein wenig die Beine vertreten, Reinhards Zustand ist immer noch nicht viel besser, und er bleibt lieber auf dem Zimmer und legt sich flach. Draußen ist es noch richtig warm, wir schwitzen in unseren langen Hosen, als wir ein bisschen über den „Strip" wandern, dem Herz von Las Vegas, wo sich ein Hotel an das andere reiht. Nach etwa 1 Stunde sind wir wieder zurück und fallen ziemlich geschafft ins Bett. Kleines Problem, es gibt nur zwei Betten für uns drei, aber heute ist uns das egal, und so teilen sich Henry und ich eines. Die Reise Tag 1, Mittwoch, 10.09. Es ist so gegen 8 Uhr, als wir uns ins IHOP begeben, einer Restaurantkette, die sich auf Pfannkuchen und deftiges Frühstück spezialisiert hat. Es schmeckt echt lecker, auch Reinhard ist wieder voll bei der Sache, und wir sind total abgefüllt, als wir es wieder verlassen. Unser Weg führt uns Richtung Süden, vorbei am Hoover Dam, dem wohl bekanntesten Staudamm, der je gebaut wurde. Wir bestaunen die Dimensionen dieses Kolosses aus Beton und Stahl, der hauptsächlich dazu dient, den immensen Stromverbrauch von Las Vegas zu decken. Schon in gewisser Weise eine Perversität der Menschheit, einen der größten Flüsse der Welt so zu kastrieren, nur um eine Stadt am Leben zu halten, die ausschließlich dem Vergnügen dient. Weiter geht unsere Fahrt auf einem endlos langen und schnurgeraden Highway Richtung Lake Havasu, ebenso einem Stück aufgestautem Colorado. Zwischendurch müssen wir über einen für Amerika völlig untypischen Straßenabschnitt mit vielen Kehren und kleinen Haarnadelkurven, der durch ein Gebirge nach Oatman führt, einer kleinen Goldgräbersiedlung. Oatman hat in all den Jahren, nachdem die Goldfunde erschöpft waren, seinen Charme nicht verloren, und es macht Spaß durch die einzige Strasse zu wandern und die Häuser im Jahrhundertwende-Stil zu besichtigen. Alles ist sehr rustikal und der Ort schmiegt sich an die ihn umgebenden Berge. Wir schauen uns einen Stollen an, der aber wohl nur für die Touristen in den Fels gehauen wurde, denn er hört bereits nach wenigen Metern wieder auf. Nach unserer Besichtigungstour genehmigen wir uns in einer urigen Bar noch ein Bierchen, bevor wir weiter zu unserem heutigen Etappenziel, dem Lake Havasu State Park fahren. In Lake Havasu City angekommen versuchen wir ewig den State Park zu finden, doch die richtige Abfahrt scheint nirgendwo zu sein. Erst beim dritten oder vierten Mal die Hauptstrasse rauf und runter sehen wir, dass die Straßenarbeiter das Hinweisschild umgelegt hatten, ab jetzt war es nur noch ein Kinderspiel den Campground am See zu finden. Das Parkwächterhäuschen ist schon geschlossen, also fahren wir einfach mal rein und okkupieren einen schönen Platz nahe am Wasser. Scheint wohl schon Nachsaison zu sein, denn auch sonst ist bis auf zwei oder drei andere Fahrzeuge niemand da. Umso besser, sparen wir ein paar Dollar. Durch das frühe Aufstehen sind wir alle recht bald müde, also nichts wie rein in die Penntüten. Die Überzelte bleiben in den Säcken, es ist einfach zu warm, und es schaut nicht nach Regen aus. Vorher muss unser Bärentöter Henry noch einen Waschbär aus unserem Auto vertreiben, der sich gerade über unsere Chips hermachen wollte. Mitten in der Nacht werden wir dann nochmals unsanft durch Lärm geweckt. Ich schaue kurz raus und entdecke wieder einen Waschbär, der sich über unseren Müll hermacht, den wir in die Bäume gehängt hatten. Ein paar Bierflaschen und Verpackungsmaterial fallen herunter, ich hebe es auf und hänge die Mülltüte an einen sicheren Ort, dann ist der Spuk wieder vorbei. Tag 2, Donnerstag, 11.09.
Da wird uns wohl ein heißer Tag erwarten. Wir genießen unser erstes Frühstück unter freiem Himmel, einfach göttlich. Im Anschluss daran nimmt Reinhard noch ein Bad im See, Henry und ich ziehen die Duschen in den Washrooms vor. Nachdem wir nun alle gesättigt und gereinigt sind, können wir unsere Zelte hier abbrechen, nicht ohne vorher noch kurz Kontakt mit der Heimat und den Verbliebenen aufzunehmen. Vor allem ich brauche ein kurzes Gespräch mit zu Hause, denn meine beiden Süßen fehlen mir doch sehr und ich bin in Gedanken oft bei ihnen. Doch so ein Telefonat vertreibt das Heimweh leider nicht, ganz im Gegenteil. Anschließend fahren wir nach Lake Havasu City um die London Bridge zu besichtigen. Diese Brücke wurde vor einigen Jahren von einem spleenigen Millionär von den Londonern abgekauft und Stein für Stein dort abgetragen und hier wieder aufgebaut. Rund um die Brücke wurde noch ein kleiner Freizeitpark hin gestellt, mit einer Einkaufszeile, kleinen Boutiquen, Restaurants, einem Kasino, einer Karaoke-Bar und diversen anderen Freizeiteinrichtungen. Ich versuche in einem kleinen Laden einen Bikini für Raphaela zu erstehen, doch leider ohne Erfolg, da die Art, die ich möchte nicht mehr „in" zu sein scheint, zudem ist bereits Nachsaison und da ist das Angebot etwas spärlicher. Weiter geht unsere Fahrt Richtung Westen zum Joshua Tree National Park. Unterwegs können wir die restlichen noch fehlenden Utensilien in einer Mall erstehen, die Produkte auch in „normalen" Portionen anbietet. Unser Weg führt uns, wie schon gestern über endlos schnurgerade Highways durch triste Steppen und Wüsten, nur in der Ferne machen wir einige Erhebungen aus. Im Hidden Valley gehen wir auf den Camground, der malerisch zwischen den Felsblöcken eingebettet in einem kleinen Tal liegt. Wir stellen unsere Zelte in den Schatten einiger dieser Blöcke und bereiten langsam das Abendessen vor. Zum Glück liegt der größte Teil unseres Platzes im Schatten, in der Sonne wäre es kaum auszuhalten. Nachdem wir unser Essen vertilgt haben, machen wir uns auf, in den letzten Sonnenstrahlen einen der nahen Felsblöcke zu erklimmen, um von oben dem Sonnenuntergang beiwohnen zu können. Als wir gerade oben angekommen sind, was sich im übrigen nicht gerade einfach gestaltete, taucht die untergehende Sonne die Felsen in ein strahlendes Gold, wir sind überwältigt von den Farben und der Stimmung. Nach dem Abstieg wollen wir noch eine kleine Nachtwanderung unternehmen. Also die Taschenlampen gepackt und los geht's. Wir folgen einem Nature Trail nahe des Campgrounds, der uns durch ein kleines Reich aus vielen Felskuppen, Joshua Trees und Yukkapalmen führt. Leider sind wir ein wenig zu früh dran, der Mond, es ist im übrigen Vollmond, steht noch nicht so hoch am Firmament, als dass er uns genügend Licht spenden könnte, also stolpern wir im Schein unserer Taschenlampen über den teilweise recht unwegsamen Pfad. Zurück am Zeltplatz genehmigen wir uns noch ein paar Bierchen und genießen die angenehmen Temperaturen. Tag 3, Freitag, 12.09.
Von dort geht es 26 km durch das „Rock Wonderland", einer Mischung aus Wüste und Gebirge mit kleinen Wäldern der hier heimischen Joshua Trees, imposanten Gesteinsformationen und flachen Steppen, die nur spärlich mit Kakteen und Gestrüpp bewachsen sind. Gelegentlich durchqueren wir ein ausgetrocknetes Bachbett, indem sich aber durch die Restfeuchtigkeit ein Teppich von kleinen Blümchen und Gräsern angesiedelt hat. Nach etwa 2 Stunden wandern wir immer tiefer in ein Tal hinein, das ein Fluss tief in den Fels gegraben hat. Es wird zusehends unwegsamer, manchmal müssen wir über Felsstufen hinunterklettern oder springen, dann wieder laufen wir durch tiefen Sand oder über das kiesige Bachbett. Nachdem die zu überwindenden Stufen und Abbrüche immer höher und schwieriger zu bewältigen werden, kommt in uns der Gedanke auf, vielleicht doch die eine Abzweigung verpasst zu haben. Uns bleibt also nichts anderes übrig als umzukehren und die ganzen Felsstufen wieder hinauf zu klettern, und das bei immer mehr ansteigenden Temperaturen. Auch auf dem Rückweg können wir eine eventuelle Abzweigung nicht ausmachen, deshalb marschieren wir wieder zum Auto zurück, das wir nach 5 Stunden schweißtreibender Wanderei erreichen. Die Hitze hat uns alle ziemlich geschafft, und wir erholen uns auf dem Zeltplatz im Schatten der Felsen von den Strapazen bei einer Tasse Milchkaffee und Keksen. Als die Sonne ganz hinter den Felsen verschwindet sind wir wieder soweit fit und widmen uns dem Abendbrot, das heute aus Chili besteht. Anschließend fahren wir zum Aussichtspunkt Keys View um dort den Sonnenuntergang zu beobachten. Von dort hat man einen phantastischen Ausblick über die Anza Borrego Desert, Palm Springs und den Salton Sea, den wir mit noch etwa 20 anderen Besuchern teilen. Die Temperaturen hier oben sind sehr angenehm, es weht ein kühles Lüftchen und die untergehende Sonne taucht das Tal unter uns in einen rosa-blauen Schimmer. Wir bleiben, bis es dunkel geworden ist, genehmigen uns hier oben noch ein paar Schluck Whisky und fahren dann wieder zurück zum Campground, wo wir den Abend bei ein paar Runden Schafkopf und Bier ausklingen. Man merkt, dass es Wochenende ist, der Campingplatz hat sich merklich gefüllt im Gegensatz zu gestern. Tag 4, Samstag, 13.09.
In der Stadt selbst, man kann diesen Moloch fast nicht als Stadt bezeichnen, verfransen wir uns bei der Suche nach dem Mulholand Drive, kommen nach einigem Hin und Her wieder auf den Freeway, und fahren dort weiter, um die Berge von Malibu herum und zweigen schließlich bei der Las Virgines Road ab, um zum Malibu Creek State Park zu gelangen. Dort angekommen müssen wir leider zur Kenntnis nehmen, dass der Campground voll ist, also versuchen wir es auf einem anderen an der Küste. Doch auch hier ist alles rappelvoll und eine Rangerin gibt uns den Tip bis Ventura zu fahren, um dort etwas zu bekommen. Das machen wir dann auch, doch während der Fahrt überkommen uns Zweifel, da Ventura viel zu weit entfernt von Santa Monica liegt. Also drehen wir wieder um, verpassen mal wieder die richtige Abfahrt und müssen erneut über die Las Virgenes Road, am Malibu Creek State Park vorbei, um dann letztendlich in Malibu selbst auf einem privaten Campground für über 30$ einen der letzten Plätze zu ergattern. Nachdem wir unsere Zelte aufgebaut haben, wollen wir ein wenig ans Meer runter, Henry und Reinhard stürzen sich in die Fluten, ich bleibe lieber trocken und mache ein paar Fotos. Nach dem anschließenden Duschen machen wir uns auf den Weg zum Santa Monica Pier, den wir auch besichtigen. Wir laufen noch etwas am Strand herum, kommen am berühmten Muscle Beach vorbei, wo sich gestählte Muskelmänner bei ihrem Work-out zusehen lassen, und laufen dann in die Fußgängerzone von Santa Monica. Nach einigem Hin und Her finden wir auch ein Lokal, das zu uns passt und essen dort ein paar Burger und trinken jeder ein großes Bier, das für Amerika wirklich groß ist, mit etwa einem Liter. Während wir dort so sitzen und essen kommt eine Gruppe Transvestiten vorbei, die eine kleine Demo abhalten wollen. Hochinteressant, was hier so alles vorbeiläuft, man kommt aus dem Schauen gar nicht mehr heraus. Anschließend suchen wir noch einen Coffee Shop auf und gehen zurück zum Auto. Dort müssen wir mit Entsetzen feststellen, dass wir, obgleich wir auf einem Parkplatz stehen, einen Strafzettel in Höhe von 47$ bekommen haben. Der Wächter ist noch dabei, weitere Zettel zu verteilen, also nichts wie weg, bevor er herkommt und uns abkassieren will. Zurück am Campingplatz können wir trotz ziemlichen Lärms gut einschlafen, und hoffen nur, dass keiner unserer Nachbarn betrunken über eines unserer Zelte fällt. Tag 5, Sonntag, 14.09.
Heute steht eine Besichtigungstour von Beverly Hills und Hollywood auf dem Programm. Der Versuch von Santa Monica über den Mulholland Drive nach Beverly Hills zu gelangen scheitert kläglich, da sich die anfangs geteerte Strasse alsbald in eine Staubpiste und schließlich in einen Wanderweg wandelt. Uns bleibt nichts anderes, als wieder zurück und über den Ventura Blv. fahren. In Beverly Hills bestaunen wir die tollen Villen mit ihren unglaublich gepflegten Vorgärten und Einfahrten, hier muss man wohl doch den einen oder anderen Dollar mehr verdienen, um hier wohnen zu können. Ich werfe noch kurz einen Blick auf das durch Filme berühmte Beverly Hills Hotel, dann fahren wir weiter auf dem Hollywood Blv. und Sunset Strip nach Hollywood. Wir schauen uns ein wenig auf dem „Walk of Fame" um, beobachten die Menschenmengen vor „Man`s Chinese Theater" und kaufen uns schließlich einen „Iced Coffee" in einem „Starbucks" in einem der neuen großartigen Kinokomplexe. Schon bald geht es ins Landesinnere Richtung Sequoia National Park. Wir machen ziemlich Kilometer auf den Freeways, nur die letzten Kilometer bis zum Lake Isabella, unserer Zwischenstation, sind etwas mühsam, handelt es sich doch um eine kleine sehr kurvenreiche Passstrasse. Nachdem wir unser Lager am nahen Campground aufgeschlagen haben, eilen wir sogleich zum Wasser und kühlen unsere überhitzten Leiber im Wasser ab. Auf dem Campground sind wir fast die einzigen, was uns aber überhaupt nicht stört. Tag 6, Montag, 15.09.
Nachdem wir unsere Zelte aufgebaut haben und unsere Fressalien im eigens dafür vorgesehenen bärensicheren Container verstaut sind, machen wir uns auf den Weg, die hier wachsenden Riesenbäume zu besichtigen. Als erstes ist gleich der größte von allen dran, der „General Sherman Tree". Mit seinen unglaublichen Ausmaßen von 11 Metern Durchmesser und 31 Metern Umfang an der Wurzel und über 80 Metern Höhe ist dieser Gigant das größte Lebewesen auf unserem Planeten. Wir stehen staunend davor und können diese Dimensionen kaum richtig erfassen. Es ist faszinierend welch sagenhafte Kreaturen die Natur hervorbringen kann, lässt man sie nur gewähren. Wir wandern noch einige Zeit auf dem sogenannten Congress Trail durch den Sequoia Wald, bestaunen weitere hölzerne Riesen und genießen die Stille hier im Wald und den Duft des Zedernholzes. Zurück auf dem Campground wird gekocht, dies zieht sich etwas in die Länge, da unser Kocher nicht mehr so richtig funktioniert, einfach nicht mehr volle Leistung bringen will. Was lange währt, wird endlich gut heißt es, doch heute scheint dieser Spruch an Gültigkeit verloren zu haben, denn es schmeckt auch nicht besonders. Aber was soll`s, Hauptsache satt, und schließlich gibt es ja noch ein Bier zum Runterspülen. Tag 7, Dienstag, 16.09.
Am Startpunkt, dem Parkplatz der Wolverton Area erwarten uns 1300 Höhenmeter und 7,1 Meilen einfache Strecke. Auf den ersten Meilen steigt der Trail nur langsam an, führt über viele Kehren durch den Sequoia Wald hinauf bis auf knapp 3000 Meter, wo wir die Baumregion verlassen und in hochalpines Gebiet mit nur niedrigem Bewuchs und einzelnen Bristlecone Pines eintreten. Die Luft wird zusehends dünner, was uns ziemlich zu schaffen macht. Vor allem ich kämpfe schwer und muss alle 50 Meter eine Pause einlegen und meinen Puls beruhigen, der rast, als wäre ich gerade ein mehrstöckiges Haus hinaufgerannt. Zudem ist mir im Magen etwas flau und Kopfschmerzen machen sich immer stärker bemerkbar. All das trägt natürlich nicht zur Motivation bei, einen Gipfel zu erklimmen, ich spiele immer wieder mit dem Gedanken umzukehren, da auch der Gedanke an gesundheitlich Schäden in mir hoch kommt, doch letztendlich schaffe ich auch die letzten Höhenmeter und bin etwa eine viertel Stunde nach den beiden oben angekommen. Aber auch die beiden hatten ordentlich zu kämpfen, nur nach und nach kommen wir zu Kräften, liegen erst mal nur oben auf dem Gipfelplateau herum und genießen die phantastische Aussicht über die High Sierra. Der Mount Whitney scheint zum greifen nah, und nach dieser Tortur doch so weit entfernt wie nie zuvor. Nachdem wir wieder erholt sind, geht es auf dem gleichen Weg wieder zurück und nach siebeneinhalb Stunden stehen wir etwas geschafft am Parkplatz und sind froh, dies vollbracht zu haben. Beim Abendessen kommen Henry und ich uns noch ein wenig in die Haare, wir sind beide ein wenig gereizt, haben Kopfweh, aber der kleine Streit ist schnell beigelegt und wir widmen uns wieder dem Essen und Trinken. Im übrigen waren wir gleich im Anschluss an die Tour noch beim Visitor Center duschen. Obwohl es 2 $ gekostet hat, haben wir es so richtig genossen, nach dieser anstrengenden Wanderung sich die Muskeln unter einer heißen Dusche zu lockern und den Schweiß von der Haut zu spülen. Tag 8, Mittwoch, 17.09.
Anschließend, es ist bereits 11 Uhr, fahren wir in den Kings Canyon National Park, der sich gleich an den Sequoia Park anschließt. Wieder windet sich die Straße in vielen Kurven, nur dieses mal den Berg hinab, bis wir schließlich 1200 Meter weiter unten im tiefsten Canyon Nordamerikas stehen. Zwei der vier, in der Cedar Grove Area gelegenen, Campgrounds haben bereits geschlossen und die beiden verbliebenen sind auch nicht übermäßig voll. Gleich nachdem wir einen Platz reserviert haben, starten wir noch einmal, um zu den Mist Falls zu wandern. Schön gemächlich steigt der Weg an, führt zuerst durch lichten, dann dichter werdenden Wald hinauf zu den Wasserfällen. Unterwegs kommen mir immer wieder Gedanken an zu Hause, Frau und Kind hoch, das Heimweh scheint mich nun doch immer mehr zu überkommen. An den Wasserfällen legen wir uns auf den polierten Fels und genießen die Ruhe und das Rauschen des hinabstürzenden Wassers. Nach insgesamt 4 Stunden sind wir wieder am Wagen und fahren zurück zum Campingplatz. Dort wartet bereits eine Überraschung auf uns. Während wir unterwegs waren hat eine mexikanische Großfamilie unseren reservierten Platz in Beschlag genommen und bereits ihre Zelte aufgeschlagen. Nach einer kurzen Diskussion beziehen wir einfach einen neuen Stellplatz, hat ja doch keinen Sinn auf unser Recht zu pochen. Nach dem Abendessen, unser neuer Kocher versieht seinen Dienst auf`s Beste, klären wir unseren Umzug noch mit einem Ranger ab, da wir ja eigentlich für den anderen Platz bezahlt haben. Während des Essen habe ich meine beiden Mitstreiter vorsichtig darauf vorbereitet, dass ich vielleicht vorzeitig nach Hause fliegen möchte, eventuell schon von San Francisco aus. Sie haben es locker aufgenommen, können mich wohl auch irgendwie verstehen, und sehen keine größeren Probleme auf sie zukommen. Tag 9, Donnerstag, 18.09.
Die weitere Fahrt verläuft ohne nennenswerte Zwischenfälle, nur einmal machen wir Halt, um unsere Proviantkiste aufzufüllen. Gegen 4 Uhr erreichen wir die Küste und nehmen im San Simeon State Park Quartier. Um den Sonnenuntergang am Meer voll auszukosten, essen wir heute etwas früher und wandern anschließend an den Strand. Ein herrliches Schauspiel, das sich uns hier bietet. Die Sonne versinkt langsam am Horizont und die sich brechenden Wellen des Pazifischen Ozeans reflektieren das letzte Licht des ersterbenden Tages. Tag 10, Freitag, 19.09. Der geplante Aufenthalt auf dem Campground in Half Moon Bay südlich von San Francisco fällt wegen Renovierungsarbeiten aus. Deshalb fahren wir zuerst zum Flughafen, da ich wegen einer Umbuchung meines Fluges nachfragen möchte. Nach längerem Suchen finden wir den Delta Schalter, doch da teilt man mir leider mit, dass es keine Möglichkeit gibt, den Flug so umzubuchen, dass ich von hier aus zurück fliegen könnte. Ich müsste schon von Las Vegas aus die Heimreise antreten, jedoch fliegt Delta nicht von San Francisco nach Vegas, also müsste ich mit einer anderen Gesellschaft fliegen, und das ist mir einfach zu teuer. Ein bisschen geknickt ziehe ich von dannen, meine Miturlauber fühlen mit mir, sind aber doch ein wenig erleichtert, dass ich ihnen noch erhalten bleibe. Um auf einen Campground zu gelangen müssen wir quer durch die Stadt und über die Golden Gate Bridge zum Muir Wood, doch auch hier bekommen wir keinen Platz, dieses mal ist alles voll, es ist mal wieder Wochenende. Wir kurven ewig in der Gegend herum, fahren die Küste rauf und runter, dann wieder ins Landesinnere zum Samuel P. Taylor State Park, wo wir gerade noch den letzten freien Platz ergattern. Schon beim Einfahren in den Park wird es dunkel, und durch die vielen Bäume ist ruckzuck jedes Licht verschwunden und wir bauen unsere Zelte im Schein der Benzinlampe und Taschenlampen auf. Ein Feuerchen brennt auch alsbald, und wir sitzen noch lange am Feuer und trinken ein paar Bierchen, und ich werde das Gefühl nicht los, dass die beiden wirklich froh sind, dass das mit dem Umbuchen nicht geklappt hat. Tag 11, Samstag, 20.09.
Nachdem wir uns eine kleine Pause gegönnt haben, wandern wir die Lombard Street hinunter und auf der gegenüber liegenden Seite wieder hinauf, bis zu den scharfen Kehren, die diese Straße weltberühmt gemacht haben. Von hier ist es nur noch ein kurzes Stück bis Fishermans Wharf und seinen Piers. Vor allem am Pier 39 ist allerhand los, viele kleine Boutiquen, Lokale, ein kleines Karussell und besonders die hier angesiedelte Seelöwenkolonie ziehen viele Besucher an. Jetzt haben wir uns einen Snack redlich verdient, ich gönne mir eine ganze Krabbe, die ich mühsam im Stehen mit den Händen essen muss, aber sie schmeckt ganz köstlich, und ich lasse mir auch nicht von den gerümpften Nasen meiner Kollegen den Appetit verderben. Selbst haben sie nicht den Mut, solch eine Köstlichkeit einmal zu probieren, selber schuld, sollen sie mit ihren Sandwiches glücklich werden. Danach statten auch wir Pier 39 einen Besuch ab und amüsieren uns über das Gerangel und Gekreische der Seelöwen. Anschließend wollen wir mit der Cable Car zurück zur Market Street fahren, doch dort warten schier endlose Menschenmengen darauf das gleiche tun zu dürfen, also beschließen wir kurzer Hand, zurück zu laufen, entlang der Cable Car Strecke, um vielleicht zwischen drin aufsteigen zu können. Unterwegs müssen wir feststellen, dass ewig keine Bahn kommt, und dass wir mindestens ebenso schnell zu Fuß sind, und nach weniger als einer Stunde sind wir auch wieder am Wagen angelangt. Der Parkplatz ist völlig verwaist, also bewacht ist etwas anderes. Aber es sind noch alle vier Reifen dran und auch sonst fehlt nichts. Im Dunkeln erreichen wir den Campground, aber wir sind ja schon gewohnt, unsere Zelte mit Hilfe der Taschenlampen aufzustellen. Dann gibt es noch einen kleinen Snack und wir hoffen, dass die heutige Nacht etwas ruhiger verlaufen wird als die gestrige. Tag 12, Sonntag, 21.09.
Anschließend auf kürzestem Weg raus aus San Francisco, über die endlos lange Oakland Bay Bridge nach Osten Richtung Yosemite National Park. Unterwegs kommen wir durch Modesto, ein hässlicher Fleck bebauter Erde mit viel Industrie und Landwirtschaft, brettleben, kein Ort um lange zu verweilen. Nur wenige Kilometer hinter Modesto schlagen wir unser Lager im Turlock Lake State Park auf. Tag 13, Montag, 22.09.
Pünktlich öffnet das Reservierungsoffice, nach den Formalitäten schlagen wir unsere Zelte in einem schönen Sequoia Hain direkt am Fluß auf, und fahren nochmals los ins Yosemite Valley, wo wir staunend die immense Felswand des El Capitan, die über 100 Meter herab stürzenden Wasser der Bridalveil Falls und die merkwürdige Form des Half Dome bewundern. Im Village ist es sehr voll, überall drängen sich die Menschen, die Parkplätze sind voll, wir schauen nur kurz ins Visitor Center und in die "Ansel Adams Gallery", wo ich ein schönes Bild erstehen kann, das ich Raphaela mitbringen möchte. Nachdem wir genug haben von den Menschenmengen, fahren wir zurück zum Campground und kochen uns köstliche Gorgonzola Nudeln. Natürlich ist es wieder mal zu viel, aber wir werden den Rest zu Salat verarbeiten und ihn morgen nach der Tour essen. Tag 14, Dienstag, 23.09.
Der Panorama Trail zieht sich hinab über 400 Höhenmeter zu den Iquilitt Fällen, von dort ein Zwischenanstieg über 200 Meter und wieder hinunter zu den Nevada Falls. Nachdem wir merken, dass es noch ein ziemlicher Weg ist, den wir vor uns haben, ziehen Henry und Reinhard das Tempo gehörig an, mir wird das bald zu schnell, ich habe keine Lust, auf Biegen und Brechen diesen Berg zu erstürmen und lasse mich zurückfallen. Bei den Nevada Falls schließlich ist für mich Schluss, da hier erst die Hälfte geschafft ist und von den Höhenmetern praktisch noch alles vor uns liegt. Ich lasse die beiden ziehen und schaue mir in aller Ruhe die imposanten Wasserfälle an. Nach einer kurzen Rast mache ich mich auf den Rückweg. Gemächlich wandere ich durch die schöne Landschaft und mache gelegentliche Abstecher aus dem Wald heraus, um Blicke ins Tal des Yosemite zu erhaschen, dominiert vom Half Dome, der an diesem Tag einfach eine Nummer zu groß war für mich. Gegen viertel nach zwei bin ich wieder am Auto, habe meinen gesamten Trinkvorrat, den ich dabei hatte, aufgebraucht, was mich doch zu dem Entschluss kommen lässt, dass die Entscheidung richtig war, umzukehren, denn was ich ohne Trinken auf dem langen Rückweg gemacht hätte, ich weiß es nicht. Zurück am Zeltplatz nehme ich als erstes ein erfrischendes Bad im nahen Bach, dann setze ich mich an den Tisch, studiere ein wenig Urlaubslektüre, und arbeite eine Tour für die weiteren zwei Wochen für meine beiden Kollegen aus, denn mein Entschluss nach Hause zu fliegen steht nun ziemlich fest. Ich hoffe die beiden sind nicht zu enttäuscht, aber das kommende Restprogramm sollte sie allemal entschädigen. Um 5 Uhr mache ich wieder auf den Weg, die beiden abzuholen. Oben angekommen ist noch nichts von ihnen zu sehen. Um die Zeit zu vertreiben, schaue ich mich ein wenig am Glacier Point um, und gehe ihnen dann ein paar Meter entgegen. Schon nach ein paar Minuten höre und sehe ich sie dann, wie die beiden völlig erledigt und dehydriert sich die letzten Meter heraufschleppen. Natürlich ist auch ihnen unterwegs die Flüssigkeit ausgegangen, und sie sind froh endlich am Ziel zu sein, aber auch glücklich, diese Tour gemacht zu haben. Unterwegs auf dem Weg zurück zum Campground unterbreite ich ihnen mein Vorhaben, welches sie natürlich akzeptieren, vermutlich zu geschafft, dem etwas entgegen zu setzen. Bei Dunkelheit erreichen wir unser Zelt und machen uns über Getränke und Nudelsalat her, Henry folgt meinem Beispiel und erfrischt sich im Bach. Tag 15, Mittwoch, 24.09.
Am Mono Lake machen wir einen kurzen Zwischenstopp und schauen uns auf einem kurzen Lehrpfad die Tuffformationen an, die sich in Jahrmillionen hier gebildet haben, da dieser See keinen Zufluss hat, und so immer mehr versalzt. Anschließend fahren wir auf einsamen Highways durch Nevada bis in die Glücksspielmetropole der USA. Endlos ziehen sich die Straßen durch die Wüste, wir kommen an hohen Dünen vorbei, passieren einen kleinen Salzsee und sind schließlich kurz vor Sonnenuntergang in Las Vegas. Dort als erstes zum Flughafen wo ich wieder einen Rückschlag hinnehmen muss. Der nächste freie Flug geht erst am Montag von hier ab, also heißt es noch warten. Anschließend bekommen wir wieder im gleichen Motel wie zu Beginn unseres Urlaubs ein Zimmer, machen uns frisch und gehen ins „Excalibur"-Hotel zum „All-You-Can-Eat-Roundtable-Buffet". Wir bezahlen 42$ für uns drei, inklusive alkoholfreier Getränke, da kann man nicht meckern. Wir schlagen uns ordentlich die Wampe voll, uns ist allen nicht mehr ganz wohl danach. Nach einem kurzen Verdauungsspaziergang bleiben wir in einer Bar mit Live-Musik im „New York New York"-Hotel hängen. Wir gönnen uns noch ein paar Drinks und lauschen der Soulmusik der farbigen Band. Vor allem die beiden Sängeringen sind eine Augenweide, aber auch die Musik, die sie darbieten ist nicht schlecht. Tag 16, Donnerstag, 25.09.
Nach kurzer Zeit zieht es mich wieder zum Zelt, da kann man einfach bequemer sitzen, Henry und Reinhard kommen ein wenig später nach. Die Hitze macht irgendwelche Aktionen einfach unmöglich, also relaxen wir bis kurz vor Sonnenuntergang, beginnen dann erst mit den Vorbereitungen aufs Abendessen. Auch als die Sonne schon lange hinterm Horizont verschwunden ist, kühlt es nur wenig ab. Tag 17, Freitag, 26.09.
Auf der I 15 geraten wir dann in einen Mords Stau, der, wie sich im nachhinein herausstellt, keinen ersichtlichen Grund hat. Kurz vor dem Zion National Park kaufen wir noch kurz ein, vergessen dabei natürlich wieder uns eine Schachtel zu besorgen, denn unsere alte geht schon fürchterlich aus dem Leim. An der Entrance Station müssen wir noch kurz anstehen, dann reservieren wir uns einen Platz auf dem South Campground, wobei der Campingplatz schon ziemlich voll ist, wir finden aber dennoch einen schönen Platz, zum Glück waren wir so früh dran. Gegen 4 Uhr machen wir noch eine kurze Wanderung auf dem Watchman Trail zu einem Aussichtspunkt überhalb des Campgrounds. Hier oben ist es schön ruhig und friedlich, man vernimmt nur wenig vom doch recht hektischen Treiben unten im Tal. Abends wird es doch merklich kühler und wir machen ein schönes Feuerchen und sitzen noch lange davor. Tag 18, Samstag, 27.09. Der Trip gestaltet sich durch die hohen Temperaturen doch recht anstrengend und schweißtreibend, erst bei den Pools selbst verläuft der Weg zumeist im Schatten, am „Upper Pool" weht sogar ein kühles Lüftchen, hervorgerufen durch den kleinen Wasserfall, dessen Wasser in den Pool plätschern. Hier oben herrscht eine ganz andere Vegetation vor, wie unten im Tal, obwohl es vielleicht nur etwa hundert Höhenmeter sind, aber durch die Pools und die sie umgebenden hohen Felswände wird hier oben ein Mikroklima geschaffen, das schon fast subtropisch anmutet. Beeindruckend auf alle Fälle ist das kräftige Grün, der hier wuchernden Sträucher und Bäume, im Kontrast zu den roten Felswänden, die mit schwarzem Streifen von Pilzbewuchs durchzogen sind. Von den Pools führt mich mein Weg wieder hinab bis zur Zion Lodge, wo ich mir eine mittelgroße eisgekühlte Cola gönne. Anschließend fahre ich mit dem Bus zurück bis zum Zion Museum, schaue mir dort einen Film über die Geschichte des Parks an, und laufe dann die letzten Meter zum Campground zurück. Dort angekommen ist von den beiden noch nichts zu sehen, also ruhe ich mich erst mal ein bisschen aus, döse ein wenig, und nach etwa einer Stunde kommt Henry alleine zurück. Ein wenig überrascht frage ich wo denn Reinhard sei, aber der hat seine Kappe an der Busstation liegen gelassen, und musste noch einmal zurück fahren. Als der verlorene Sohn schließlich auch auftaucht, springen wir in unsere Badehosen und kühlen uns in den Fluten des Virgin River ab. Wir finden eine gute Stelle, wo das Wasser ein wenig tiefer ist, wo man zumindest drin sitzen kann, und auch nicht gleich weggespült wird. Göttlich, so ein Bad nach einem heißen Tag. Erfrischt können wir uns dann daran machen, das letzte Outdoor-Essen vorzubereiten. Wir haben uns extra dafür noch einmal saftige Steaks gekauft und grillen sie am Lagerfeuer, an dem wir den letzten Abend unter freiem Himmel für mich bei einigen Bierchen schön ausklingen lassen. Tag 19, Sonntag, 28.09. Dieses mal testen wir das „All-You-Can-Eat-Buffet" vom „Luxor-Hotel" aus. Ist ein paar Dollar teurer, die Qualität des Essen ist aber auch ein wenig besser als im Excalibur, also der Preis gerechtfertigt. Heute halten wir ein wenig Mass, so dass wir uns noch gut bewegen können und nicht jedem schlecht ist vom vielen Essen. Anschließend laufen wir noch ein wenig herum, besichtigen die riesigen Hotels am „Strip", sind beeindruckt vom Wasserspiel vor dem Bellagio-Hotel, schauen ins Venetian, beobachten die Gondoliere, wie sie Touristen durch die künstlichen Kanäle von „Venedig" schippern und landen schließlich im Sturbucks vom „New York, New York", wo wir uns zum Abschluss des Abends ein paar Kaffee gönnen. Ich unterhalte mich noch ein wenig mit zwei Texanerinnen, die dann von ihrem Begleiter abgeholt werden, dann verschlägt es uns auch schon wieder in unser Motel, wo wir geschafft in unsere Betten fallen. Tag 20, Montag, 29.09. |
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